• Michael Kornhuber

Gustoso-Chef: Trotz Krise sind weitere Standorte in Planung

Viele Selbstständige stehen durch die aktuelle Situation vor sehr großen Herausforderungen. Die Gustoso Gruppe unterstützt seine Partner als Franchisegeber in fachlichen und rechtlichen Belangen und gibt ihnen die notwendige Sicherheit im Sinne einer guten Partnerschaft. Gustoso-Chef Dr. Theodor Ackbarow und Franchisepartner des Cotidiano Pasing, Nils Hünting, sprechen im Interview mit ahgz



Im Oktober 2020 stand ursprünglich die Eröffnung des Cotidiano in Pasing auf dem Plan. Daraus wurde wegen Corona erst einmal nichts. Welche Folgen hat die Verschiebung der Eröffnung?


Nils Hünting: Cotidiano ist für mich eine Herzensangelegenheit und die Selbstständigkeit ein Lebenstraum. Ich war natürlich enttäuscht, da wir so intensiv und voller Vorfreude auf diesen Termin hingearbeitet haben. Als Erstes haben wir unsere Mitarbeiter informiert und Kurzarbeit für sie beantragt. Dann beschäftigt man sich mit drängenden Fragen - etwa wie sehen die kommenden Wochen ohne Einnahmen aus, wie lange reicht die Liquidität, wo kann ich Kosten reduzieren und welche Projekte können verschoben oder vorübergehend gestoppt werden.



Gibt es schon einen neuen Starttermin?


Theodor Ackbarow:

Wir waren auf eine Eröffnung im November eingestellt und stehen nun in den Startlöchern. Sobald man absehen kann, wie sich die Situation weiterentwickelt, werden wir den neuen Termin bekannt geben. Die Eröffnung geht mit den zu erwartenden Regelungen für die Gastronomie Hand in Hand. Wir werden innerhalb von wenigen Tagen nach der Wiedereröffnung der Gastronomie ebenfalls an den Start gehen.



Was ist mit den Mitarbeitern?


Theodor Ackbarow:

Diese befinden sich aktuell in Kurzarbeit. Wir haben bereits sehr gute Mitarbeiter eingestellt und möchten natürlich auch mit diesen an den Start gehen. Deshalb ist es uns besonders wichtig, diese auch weiterhin zu halten. Dennoch kann man nicht ganz verhindern, dass sich einzelne Mitarbeiter andere Tätigkeiten suchen. Das Kurzarbeitergeld deckt zwar einen großen Teil des fehlenden Gehalts. Jedoch macht bei unseren Mitarbeitern das Trinkgeld einen nicht unwesentlichen Betrag aus. Um diesen zu kompensieren suchen sich einige Mitarbeiter zusätzliche Tätigkeiten während des Lockdowns oder müssen komplett in eine andere Branche ausweichen, wo aktuell mehr Bedarf besteht.



Wie nutzen Sie die Zeit der Zwangspause bis zum Start?


Nils Hünting:

Ich verbringe viel Zeit im Restaurant und schließe die ein oder andere bauliche Maßnahme noch ab. Zwischendurch kommen regelmäßig Menschen vorbei, schauen durchs Fenster oder klopfen an der Tür und fragen, wann wir endlich aufmachen. Nebenan wird ein Hotel gebaut, mit dem wir eine Kooperationsvereinbarung geschlossen haben. Wir werden das Frühstück für die Hotelgäste stellen und ich plane das Angebot, den Ablauf, kalkuliere die Kosten usw. Ich setze mich auch viel mit den operativen Standards von Cotidiano auseinander. Hier hilft es sehr, dass mir sämtliche Informationen über ein Intranet zur Verfügung gestellt werden, auf das ich überall zugreifen kann.






Konnten Sie Hilfen in Anspruch nehmen und wenn ja welche?


Nils Hünting:

Die November- und Dezemberhilfen berücksichtigen Gründer und geplante Eröffnungen während des Lockdowns nicht, da sie sich immer auf Entwicklungen zum Vorjahr beziehen. Dies hat mir auch die IHK so bestätigt. Wir prüfen aktuell bzw. hoffen, dass die Regelungen weiter geschärft werden und unser Fall ebenfalls Berücksichtigung findet.



Wie greifen Sie, Herr Ackbarow, als Franchise-Geber ihren Partnern unter die Arme?


Theodor Ackbarow:

Viele Selbstständige stehen durch die aktuelle Situation vor sehr großen Herausforderungen. Es müssen Anträge für Hilfen gestellt werden, Mitarbeiter werden in Kurzarbeit geschickt und es werden immer wieder neue Hilfspakete entschieden. Das erfordert viel Wissen und Erfahrung in diesem Bereich und genau hier unterstützen wir unsere Partner als Franchisegeber und geben die notwendige Sicherheit im Sinne einer guten Partnerschaft. Neben der fachlichen und rechtlichen Unterstützung ist jedoch die moralische Unterstützung mindestens genauso wichtig. Wir werden mit unseren Partnern durch die Krise kommen. Davon sind wir überzeugt.



Wo liegen die derzeit größten Herausforderungen?


Theodor Ackbarow:

Die größte Herausforderung ist, dass man nicht weiß, wann es weitergeht. Es kann nichts über einen längeren Zeitraum geplant werden. Wir würden gerne dem Team mehr sagen können, so dass sie sich auf das Opening freuen können und wieder ein Ziel haben, worauf sie hinarbeiten können. Dennoch versuchen wir das Beste aus der Situation zu machen, bleiben mit ihnen im Austausch und zeigen, dass wir uns darauf freuen, dass sie weiterhin mit uns an Bord sind. Hier ist der zwischenmenschliche Faktor wichtig, dass man zusammenhält und sich dafür bereit macht, wieder anzupacken. Mein Eindruck ist, dass uns allen der Austausch mit den Gästen fehlt. Wir haben das Glück in einer Branche tätig zu sein, in der wir täglich unseren Gästen Freude bereiten und dafür die vielen Lächeln geschenkt bekommen. Das fehlt uns allen!



Wobei benötigen Ihre Partner derzeit am meisten Unterstützung?

Theodor Ackbarow:

Die fachliche Beratung, besonders im rechtlichen Bereich.



Wie bereiten Sie sich auf die Zeit nach der Zwangsschließung vor?


Theodor Ackbarow:

Wir haben die Zeit intensiv genutzt, um am Konzept, unseren Standards und der Weiterbildung unserer Mitarbeiter zu arbeiten. Zudem sind wir weiterhin im Bereich der Expansion aktiv. Gleichzeitig bereiten wir uns auf die verändernden Ansprüche des Marktes vor. Durch die Krise ist die Entwicklung v.a. im Bereich der Digitalisierung in der Gastronomie beschleunigt worden, die Gästewünsche verändern und entwickeln sich weiter. Als Cotidiano arbeiten auch wir daran, unseren Gästen diese neuen Möglichkeiten zu bieten, während der vom Gast erwartete Service- und Qualitätsstandard mit der gewohnten „WohlfühlAtmosphäre“ beibehalten bleibt. Digitalisierung bei z.Bsp. bei Bestellprozessen im Restaurant ist wichtig, dabei darf allerdings nicht das „Cotidiano-Erlebnis oder -Gefühl“ verloren gehen, welches unsere Marke ausmacht.



Halten Sie an weiteren Expansionsplänen fest und wenn ja an welchen?


Theodor Ackbarow:

Wir haben auch letztes Jahr an unseren Plänen weitgehendst festgehalten und trotz Krise drei CotidianoStandorte, alle außerhalb von München, eröffnet. Es war für uns ein spannendes, aber genauso intensives Jahr. An der Arbeit, die wir letztes Jahr investiert haben, möchten wir auch dieses Jahr anknüpfen und befinden uns kontinuierlich in Gesprächen mit potenziellen Franchisepartnern und Vermietern. Neben der Eröffnung in Pasing und im Sommer in der Parkstadt/München sind für 2021 weitere Standorte in Planung und zum Teil kurz vor der Unterschrift.


10 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen